Dienstag, 24.7.2012: „Wir hätten das Orakel befragen sollen…“

Auch der heutige Tag begann mit dem Anblick müder Gesichter von unausgeschlafenen und noch verwirrten Musikern. Am Morgen ging es sehr früh in die berühmte Stadt Delphi zur Ausgrabungsstätte. Nachdem jeder ein „fettes“ Lunchbaguette verspeist und den brennenden Durst gestillt hatte, machte sich das Orchester auf in die historischen Bauten der Stadt, die in der Antike den Mittelpunkt der Welt darstellten. Laut der griechischen Mythologie konnte man hier das „Orakel von Delphi“ nach der Zukunft befragen. Wie sich später herausstellte, hätten wir als Orchester das Orakel vielleicht auch befragen sollen.

Erschöpft durch die heiße Sonne und die Besichtigung ging es über Umwege in die Stadt Mesolongi. Zwischendurch hielten wir an einem griechischen Stand und verspeisten Maiskolben. Für den Verkäufer wohl das Geschäft seines Lebens.

Anstatt nach der Ankunft direkt zu proben, gingen wir erst einmal Essen. Erneut. Man glaube es kaum: es gab KEINE Nudeln, sondern Pommes mit Fleisch. Hier bekamen wir auch erstmals den Missmut über die aktuelle politische Lage zu hören, als ein griechischer Kellner unsere Meinung zur Bundeskanzlerin erfragte. Viel zu spät kamen wir dann am Konzertort an und das Proben kam erneut zu kurz. Die Müdigkeit und die Erschöpfung zeigten sich dann letztendlich im Konzert, welches wir wohl gern aus unserem Gedächtnis streichen würden… Trotzdem gab es erstaunlicherweise Bravo-Rufe und sogar Standing-Ovations. Erst nach Mitternacht kehrten wir in das kleine Fischerdorf Selianitika zurück, wo viele von uns sofort ins Bett fielen. Was für ein Tag!