Samstag, 28.07.2012: Der letzte Tag in Griechenland

Nach einer Probe am Vormittag machten wir uns ein letztes Mal auf den Weg. Alle Instrumente wurden in schweißtreibender Arbeit bei 37°C in den Bussen verstaut. In freudiger Erwartung fuhren wir ca. zwei Stunden durch die griechische Prärie. Dann ging es bergauf. Als wir unser Ziel, Chlemoutsi erreichten staunten wir nicht schlecht.

Am Horizont tauchte eine mittelalterliche Burg auf. Mitten auf dem Gipfel des Berges leuchtete das jahrhunderte alte Manifest ritterlicher Verteidigung. Um in so ein Bollwerk zu gelangen muss man jedoch erst einmal den Berg erklimmen. Mit Instrumenten? – Nein, das wollte keiner. Während versucht wurde ein Fahrzeug zu organisieren, nutzten die meisten noch einen kleinen Supermarkt um Briefmarken, eiskalte Getränke und Süßigkeiten zu kaufen.

Dann war ein Wagen gefunden. Ein Jeep von 1965 schleppte sich bepackt mit Pauken und anderem Schlagwerk bergauf. In der Burg angekommen wurde eifrig aufgebaut. Notenständer, Pultleuchten – Abläufe die nach den letzten Tagen sicher jeder von uns im Schlaf beherrscht.

Da die Tontechnik noch nicht fertig mikrofoniert, geschweige denn verkabelt hatte, beschlossen wir noch Essen zu fahren. In einem luxuriösen Hotel mit Blick aufs Meer stand ein Buffet, das sich keiner erträumt hatte. Jegliche Torten, Mousse au Chocolat, Eis, mehrere Getränke, Sushi, Barbecue, Salate, Meeresfrüchte, Aufläufe, Reis- und Nudelpfannen, usw. ließen unser Herz hüpfen. Während des Schlemmens sah man nur fröhliche Gesichter. Alle waren überglücklich, staunten, lachten herzlich. Selbst Spaghetti mit Tomatensauce wurde von einigen verzehrt.

Mit übervollen Bäuchen wankte der Trupp dann zurück zu den Bussen. Nun hätte das Konzert losgehen können. Aber noch mussten die Tontechniker das Orchester abnehmen. In einem Soundcheck wurden die Streicher, Bläser und Schlagwerker abgemischt. Leider konnte man das Rauschen des Windes in den Mikros nicht beseitigen. Nach einer improvisierten Umzugaktion standen alle Orchestermitglieder bei Sonnenuntergang im zweiten Ring der Burg. Die Scheinwerfer gingen an und ließen die Bastion golden leuchten. Der Moment für das Abschlusskonzert dieser Reise war gekommen.

Für einige war jedoch dieses Konzert auch das letzte mit dem JSO. Mit leichtem Kummer und besten Wünschen für die Zukunft verabschiedeten wir uns von Sophie Börner, Paul Faulhaber und Johannes Wünsch. Zum Abschluss feierten wir noch den Geburtstag von Ferdinand Störel. Unser Solopauker war endlich 18 geworden. Angekommen im Hotel fielen alle todmüde ins Bett.

Am heutigen Samstag ist Abfahrt. Um 8 wecken, dann gemeinsames Abschlussbaden, aufräumen, packen, frühstücken und auf geht’s nach Hause. Mal sehen wie die zweite Fahrt auf der Fähre wird…