Erst die Ruhe dann der “Sturm”

Houston, 10.7.2009: der Tag des ersten Konzertes in den USA begann entspannt. Da die Probe erst für den Nachmittag angesetzt war, ließen viele Orchestermitglieder die Morgenstunden ruhig angehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück nach amerikanischer Art, also lecker und reichhaltig, fand sich fast das gesamte Orchester zum Shoppen im riesigen Einkaufszentrum „The Galeria“ wieder.

Am Mittag fand die Generalprobe, vereint mit Orchester, Chor und Solisten, statt. Die Probe war für die meisten zwar anstrengend, aber auch sehr ertragreich. Die Zeit vor dem Konzert am Abend wurde dann zum Entspannen genutzt. Wir folgten dem Rat unseres Dirigenten Ron-Dirk Entleutner „Wie die Ente: trinken, trinken, trinken, trinken…“ und nahmen literweise Flüssigkeit zu uns. Vor dem Konzert stieg die Spannung. Alle wollten ihr Bestes geben und wollten wissen, ob die intensive Probenarbeit Früchte tragen würde. Letzte Vorbereitungen wurden getroffen, Programmhefte für die Gäste gefaltet und dann ging es los.

Wie das Orchestermitglied Martin Türke das Konzert erlebte, lesen Sie hier:

“Standing Ovations und Bravo-Rufe erfüllten die kleine „Christ the King Lutheran Church“, nach dem der letzte Akkord von Mendelssohns Elias langsam verklungen war. Die Zuschauer bejubelten die Musiker für eine wirklich gelungene Vorstellung. Die Solisten, die 2 Chöre und das Jugendsinfonieorchester brillierten 2 Stunden lang Mendelssohns Werk, welches er bereits vor 163 Jahren verfasste. Unglaublich fast, dass nach so langer Zeit gerade ein Jugendorchester dem Stück noch soviel an Wärme, Herzlichkeit, aber auch Nachdenklichkeit und Gottesnähe abgewinnen kann.

Gemeinsam mit den hervorragenden Solisten Allanda Small (Sopran), Sonja Bruzanskas (Mezzo-Sopran), Rudolph Lacy (Tenor), dem “Elias” Timothy Jones (Bass-Bariton) und dem Bach Choir sowie dem New Orleans Vocal Arts Choral erschuf Ron-Dirk Entleutner mit dem JSO eine einmalige Klangwelt, mit vielen musikalischen Höhen und Tiefen. Die Streicher glänzten mit warmen harmonischen Fundamenten, worauf die Solisten wandelten, die Holzbläser zelebrierten mit einer hervorragenden Intonation und wunderbaren Soli, die Blechbläser schossen scharfe Akzente und sorgten in den Chorälen für einen angenehmen Klangteppich, auch sollte das Schlagwerk, eher dünn mit einzig den Pauken besetzt, durch hervorragendes “Taktgefühl” und punktgenaue Schläge erwähnt werden.

Der Chor zeigte sich sehr erfreut mit den jungen Musikern ein Konzert zu geben, was man auch besonders durch die starken Stimmen merkte, welche aber auch sanft durch die sehr gut besuchte Kirche schwebten.” Martin Türke, JSO-Mitglied

Im Endeffekt waren alle zufrieden und wir haben ein sehr schönes Konzert gegeben. Auch die Zuschauer waren begeistert und sagten, dass das Orchester sehr hervorragend ist und alle Musiker „so talented“ sind. Der Abend klang mit einem After-Concert-Dinner aus und Gastfamilien, Chor und Orchester aßen und plauderten zusammen. Insgesamt war es ein sehr gelungener Tag. Morgen müssen wir leider aus Houston abreisen und alle vermissen ihre tollen Gasteltern schon jetzt.

Text von Aisel Esslinger, Zitat Martin Türke, Fotos Markus R. Wiese