Pizza zum Kennenlernen

Nach einer erholsamen Nacht, die wir alle mehr als nötig hatten, erwartete uns heute morgen ein Frühstücksbuffet mit Bacon, Donuts, Bagels, Rührei, French Toast, bunten Cornflakes und vielem mehr. Nachdem wir unsere Geschmacksnerven ganz dem „american breakfast“ gewidmet hatten, weckten wir unsere Instrumente, die wir in den letzten Tagen vernachlässigt hatten, für die 1. Probe in Amerika. Unsere Bassisten und einige unserer Cellisten bekamen sogar gänzlich neue Instrumente, erkundeten diese, um sich mit ihnen anzufreunden, was aber nicht allen gleich gelingen wollte. Während also die tiefen Streicher fleißig am Ausprobieren waren, fiel dem Rest die Notenständer-Notlösung auf. Da wir unsere erste Probe im Hotel absolvierten und man von einem Hotel keinen vollständigen Notenständerbestand erwarten kann, dienten unsere Frühstücksstühle kurzerhand als Pulte.

Nach der Probe gab es die Möglichkeit, sich in Evanston umzuschauen, im Schwimmbecken des Hotels zu vergnügen, oder sich einfach über original amerikanisches Fernsehen zu freuen. Kurz vor 1 Uhr schnappten wir unsere Instrumente und machten uns geschlossen auf den Weg zur ersten Probe mit dem Chor der Northwestern University.

In der Pick-Staiger-Concert-Hall, die uns ein bisschen an das Leipziger Gewandhaus erinnerte, lernten wir nach einer Probe der Akademischen Festouvertüre von Brahms den Dirigenten Donald Nally von Samuel Barbers „The Lovers“ kennen. Nachdem wir uns daran gewöhnt hatten, dass die Probe von nun an auf Englisch geleitet wurde, stand einer intensiven Arbeit nichts mehr im Weg. Während unseres Abendessens, das die erste Probenphase beendete, konnten wir die Chormitglieder bei einem schmackhaften Stück Pizza kennenlernen. Danach erklang „The Lovers“ das erste mal komplett mit Chor und Orchester. Durch den Jetlag verstärkt, sind wir nun am Ende einer recht anstrengenden, aber doch sehr schönen und eindrucksvollen Probe ziemlich fertig und werden den Abend ruhig ausklingen lassen. Im Whirlpool oder auf dem Zimmer…

Text und Fotos: Lisa-Marie Ney, Leonie Wintzer