Abschied, Aufbruch und Andenken

Samstag, 22.02.2014: Nach dem vergangenen Konzertabend versammelten sich heute früh die Musiker zum letzten Mal an der Pennsbury High School. Es hieß nun, sich von den Gastfamilien zu verabschieden, was in unseren Köpfen aber noch nicht allzu präsent war. Die letzten gemeinsamen Erinnerungsfotos wurden geschossen, die letzten Gastgeschenke wurden übergeben, die allerletzten E-Mail-Adressen ausgetauscht. Hier zeigte sich auch ein letztes Mal die zutiefst offene, freundliche, dankbare Stimmung, die man während der ganzen Zeit in Pennsbury empfinden konnte:

Wir bedankten uns für die Gastfreundschaft der Amerikaner und ihre herzliche, zuvorkommende Art, die uns den Aufenthalt so angenehm wie nur möglich gemacht hatte. Die Amerikaner waren voll Dankbarkeit für die wunderschöne Musik, die wir ihnen zusammen mit den Pennsbury-Schülern geboten hatten. Die Begeisterung des gestrigen Abends klang buchstäblich mit in den nächsten Morgen hinein. Auf beiden Seiten waren die Eindrücke dieses Freundschaftskonzertes noch längst nicht verdaut. Unsere Busse musste trotzdem starten.

Mit der Abfahrt startete die dritte und letzte Etappe unserer Reise: Washington D.C., Hauptstadt und Regierungssitz der Vereinigten Staaten. Nach einer eher unspektakulären, dreistündigen Busfahrt, die zumindest durch eine lautstarke Gesangseinlage des „Hallelujah!“ aufgeheitert wurde, erreichten wir D.C., den District of Columbia. Anders als in Chicago und Philadelphia bekamen wir hier keinen einzigen Wolkenkratzer zu sehen, doch beeindruckend war die Planstadt allemal.

Zwei Tourist Guides stiegen in die Busse und leiteten uns durch die Innenstadt. Erster Stopp: Das Capitol, Sitz des Kongresses der Vereinigten Staaten. Der Bau stellte sich schon von weitem als äußerst imposant dar; das i-Tüpfelchen war aber, dass uns beim Aussteigen aus den Bussen milde 16°C Außentemperatur erwarteten. So war dann auch unsere klimatische Reise durch die Staaten perfekt: Angefangen mit klirrender Kälte beim Schneesturm in Chicago bis zu ebenjener vorfrühlingshaften Wetterlage hier. Herrlich! Nebenbei gab´s noch einen kleinen Abstecher in den botanischen Garten Washingtons, in dem fast ausschließlich Musik aus früheren JSO-Programmen als Hintergrundberieselung lief.

Die Sightseeing-Tour setzte sich fort: Wir bekamen etliche Museen auf engstem Raum sowie das Washington Monument zu sehen. Noch eindrucksvoller war allerdings das 1922 errichtete Lincoln Memorial, mit einer übergroßen Statue des 16. Präsidenten Abraham Lincoln. Zusätzlich dazu konnte man hier die Worte „I have a dream“ sehen, eingraviert an genau der Stelle, an welcher der Bürgerrechtler Martin Luther King 1963 die gleichnamige Rede vor 300.000 begeisterten Menschen hielt. Die letzte Station war das Weiße Haus. Wir waren überrascht, wie nah man als Tourist überhaupt an das Gebäude herankommt.

Nach dem Transfer ins Hotel ging es noch um den kulinarischen Genuss des Tages. Diesen fanden wir gemeinsam in Chinatown, einem asiatisch dominierten Stadtteil Washintons. Die asiatische Atmosphäre zeigte sich sowohl in den Speisen als auch im Aussehen: Hier konnte man sogar McDonalds auf Chinesisch lesen!

Wieder im Hotel angekommen, verbrachten wir die Zeit mit Verdauen: Einerseits natürlich des Essens, andererseits auch der vielen Sehenswürdigkeiten, die wir heute in so kurzer Zeit zu Gesicht bekamen. Allzu viel Zeit zum Ausruhen bleibt allerdings nicht: Morgen Nachmittag steht bereits das letzte Konzert auf dem Programm.

Text: Felix Förster