Musikalischer Austausch – Joint Rehearsal

Unser dritter Tag hier begann wieder mit einem überaus leckeren Frühstück unter der afrikanischen Sonne. Der aromatische Kaffee lieferte selbst den verschlafendsten JSOlern genügend Energie um in die erste Gesamtprobe zu starten. Diese fand in der Yared Music School statt, dem Musikkonservatorium von Addis Abeba. Es war ein reger, musikalischer Austausch geplant und es gesellten sich knapp 10 Musikstudenten der Schule zu uns. Außerdem war der Saal mit vielen interessierten Studenten gefüllt, welche aufmerksam dem 1. Satz der 2. Brahms Sinfonie und unserem Filmmusik Repertoire lauschten.

Das Mittagessen, Chili con Carne mit Reis, genossen wir auf dem Gelände der deutschen Kirche. Pfarrerin Jacobi hat sich unserer “überschaubaren” Postkartenbestellung angenommen und uns angeboten sich um den Kauf von  260 Ansichtskarten Addis Abebas zu kümmern.

Nach dem Essen hatten wir die Ehre, die German Church School, die zur Deutschen Kirche gehört, zu besichtigen. Das Besondere an dieser Schule, die von 700 deutschen Pateneltern finanziert wird, ist, dass dort nur die ärmsten Kinder der Stadt ihre Schulausbildung erhalten. In jeder Klasse werden zwei Sehbehinderte Kinder integriert, außerdem steht rund um die Uhr eine Krankenschwester und ein Sozialarbeiter für die Kinder zur Verfügung. Wir sahen uns das Labor, die Bibliothek und diverse Klassenräume an. Da unsere Führung während des Unterrichts stattfand, lernten wir einige der Schüler auch kennen. Die Kinder der 1. Klasse sangen uns ein afrikanisches Volkslied vor, auf welches wir, allerdings nicht so textsicher, mit “Alle Vögel sind schon da” antworteten. Abschließend fand eine offizielle Übergabe von gesponsorten Unterrichtsmaterialien der Stadt Leipzig statt,
woraufhin wir uns zur nächsten Probe ins Konservatorium begaben.

Am späten Nachmittag ging es zurück in unsere Unterkunft. Dort konnten wir genug Freizeit genießen um Fußball zu spielen oder auf der Tribüne die Sportler anzufeuern. Unerwarteter Besuch kam von einer großen Schildkröte, die plötzlich auf dem Feld auftauchte und den Spielverlauf unterbrach. Sie stellte sich aber als friedlicher Zuschauer heraus und ist von nun an das Maskotchen unseres JSO-Kaders. Zum Abendessen wurde gegrillt und äthiopische Spezialitäten serviert – Injera (Sauerteigfladen) mit verschiedensten Soßen und Salaten. Mittlerweile brennt ein Lagerfeuer und alle lassen die Eindrücke dieses ereignisreichen Tages ausklingen.

Antonia und Janis