Zaziki, Sirtaki und Theodorakis

Zwei Tage ist es nun her, dass wir unsere Quartiere im Hellenikon Idyllion bezogen haben. Nachdem es am Abend der Ankunft mangels Sonnenlicht und vor allem Schlaf schnell ins Bett ging, begaben sich viele von uns am Montag Vormittag auf Erkundungstouren durch den Obstgarten unserer Herberge und das kleine Fischerdorf Selianitika. Der glitzernde Anblick des direkt vor unserem Domizil rauschenden Meeres bewog jedoch die meisten dazu, ausgiebig zu baden und die Sonne zu genießen. Nach dem Frühstück, bei dem wir zum ersten Mal auf dieser Reise mit typisch griechischen Spezialitäten in Berührung kamen – Griechischem Joghurt – kamen wir auch zum ersten mal auf der Reise wieder mit unseren Instrumenten in Berührung. Unsere erste Probe blieb trotz Schatten eine verschwitzte Angelegenheit.

Nach einem weniger landestypischen, dennoch nicht minder schmackhaften Mittag – Nudeln mit Tomatensoße – hatten wir den Nachmittag zur freien Verfügung. Viele kühlten sich deshalb im Wasser vor unserer Haustür ab, lasen, spielten, schliefen oder übten. Nachdem wir zum Abendbrot griechische Grillspieße und Zaziki aßen – beides erfreute sich reger Beliebtheit – ging es mit neuer Kraft zu unserem ersten Konzert in Egion. Hier spielten wir in einem modernisierten Amphitheater Filmmusiken, Marquez’ Danzon No. 2 und Bernsteins Candide Ouvertüre. Vorher probten wir allerdings zusammen mit einem hiesigen Kinderchor griechische Kinderlieder und ein Stück des berühmten griechischen Komponisten Theodorakis. Wir sind gespannt auf das bald folgende Konzert mit den jungen Griechinnen und Griechen. Gekrönt wurde der Auftakt dieser deutsch-griechischen Kooperation mit gemeinsamem Sirtakis Tanzen.

Der heutige Tag verlief ähnlich entspannt. Nachdem am Vormittag in kleinen Gruppen und einzeln geprobt und geübt wurde, hatten wir wieder eine entspannte Siesta mit viel Sonne und Zikadengezirpe. Nun sind wir wieder auf dem Weg zu unserem abendlichen Konzert – diesmal im zwei Fahrtstunden entfernten Olympia. Wir freuen uns also auf die Höhepunkte des Abends: ein gutes Konzert und „Griechischer Wein“ auf der Rückfahrt. Aber seien Sie beruhigt: wir sind diesem Klassiker nicht wegen seines Titels verfallen.

Text: Richard Schmidt