Über eine hürdenreiche Rückfahrt und sich trennende Wege

Nun ist sie schon wieder Geschichte: unsere Griechenlandreise 2015. Heute Morgen gegen 10:30 Uhr kamen wir wieder in der Musikschule an, wo vor 10 Tagen alles begann. Die Rückfahrt – obgleich sie auf dem Papier etwas kürzer als die Hinfahrt war – erschien uns trotzdem wie eine Ewigkeit. Obendrein wurde sie von mehreren unerwarteten Hindernissen geprägt, die wir aber glücklicherweise allesamt überwinden konnten.
Wie bereits im vorangegangenen Eintrag erwähnt, fuhren wir entgegen unserer Erwartung vier Stunden später von Patras ab. Die zusätzliche Wartezeit nutzten wir jedoch für ein Abschlussbaden und zusätzliches Schlaftanken. Auf der Fähre, die übrigens viel größer war als die, die uns nach Patras hinbrachte, bezogen wir wieder unseren eigenen kleinen Schlafsesselbereich und jeder konnte sich fortan frei auf dem Schiff bewegen. Zum letzten Mal bestaunten wir den Sonnenuntergang, die Weite des Meeres und die vorüberziehenden kleinen, felsigen Inseln.
Kurz vor unserer Ankunft in Ancona wurde uns von einem „technischen Problem“ an Bus I berichtet, das uns wohlmöglich zu einem Werkstattbesuch zwingen und erneut ausbremsen würde. Als unser Busfahrer sein Gefährt schließlich jedoch vor unseren Augen von der Fähre bugsierte staunten wir nicht schlecht. Einerseits über die schwere des Vorfalls, denn die Vordertür war komplett demoliert. Andererseits aber über das Geschick unseres Busfahrerduos, das den Schaden mit drei riesigen Spanngurten und viel Gaffer Tape selbst provisorisch repariert hatte und uns die sofortige Weiterfahrt ermöglichte. Generell sind wir unseren Busfahrern Mike und Henry sehr dankbar für ihre Geduld, Flexibilität, ihr Verständnis und ihre freundliche und offene Art. Wir hoffen, die Wasserpistolenschlacht, die sich einige von uns mit ihnen lieferten hat ihnen genauso Spaß gemacht, wie uns.
Nachdem wir am Sonntagabend in Ancona angelegt sind, ging es für uns also per Bus weiter in Richtung Deutschland. Die Nacht auf der Straße verlief verhältnismäßig ruhig.

Verhältnismäßig ruhig wird es jetzt und in den kommenden Wochen auch generell für viele JSOler. Über die Sommerferien werden natürlich keine Proben stattfinden, obgleich die Notenmappen für die nächsten Projekte schon wieder ausgeteilt wurden. Einige Mitglieder – mich eingeschlossen – haben ihre Mappen allerdings zum letzten Mal abgegeben. Wie schon die USA-Reise letztes Jahr, war Griechenland für immerhin mehr als zehn Prozent des Orchesters auch eine Abschiedsreise. So wie viele neue JSOler hier „erste Male“ erlebt haben, haben wir „alten“ viele „letzte Male“ gehabt. Das letzte Mal typische JSO-Stücke wie „Fluch der Karibik“ oder „James Bond“ spielen aber auch das letzte Mal mit den anderen zusammen verreisen und musizieren.

Wie schon erwähnt: es war für viele ein schwerer Abschied. Ich bin aber sicher, dass wir, die nun neue Wege gehen, mit dieser Reise einen der schönsten Abschiede hatten, den man sich wünschen kann und dass wir die Erinnerungen an die letzten zehn Tage und die eigenen Jahre im Jugendsinfonieorchester an sich sehr lange noch im Gedächtnis behalten werden. Ich für meinen Teil kann jedenfalls behaupten, dass die letzten vier Jahre im JSO etwas ganz besonderes für mich wahren, dass es schwere Zeiten gab, ich aber auch unglaublich viele schöne, interessante und tolle Dinge erlebt habe und all das mit Menschen, die ich wohl auch in ein paar Jahren noch gern wiedersehe. Gerade diese Reise hat mir und vielleicht auch anderen wieder mal bewusst gemacht, wie sehr uns das JSO prägt. In musikalischer Hinsicht aber auch in menschlicher Hinsicht. Vielen Dank dafür an unseren Dirigenten Ron-Dirk Entleutner, an alle Organisatoren von der Musikschule und von anderswo, an alle Förderer des Orchesters und vor allem an jeden einzelnen JSOler der letzten vier Jahre! Das alles werde ich sehr vermissen.

Text: Richard Schmidt