Über den Wolken…

Das Hofkonzert ist gerade erst verklungen, da trifft man sich bereits erneut in der Musikschule. Es liegt eine gewisse Aufregung in der Luft. Es ist der Beginn einer Reise, die lange geplant und gewünscht war. Ein Traum, ein Ziel ein Orchester.

Die meisten der 74 Reisenden sind noch mittelmäßig bis sehr müde, als noch einmal die Taschen und Unterlagen auf Vollständigkeit kontrolliert werden. Das die jetzt schon vorherrschende Wärme dieser Müdigkeit in die Karten spielt ist niemandem so recht bewusst. Was auffällt ist, dass alle vorbereitet sind. Nichts fehlt und so kann der Doppelstockbus pünktlich beladen werden und seine Fahrt Richtung Frankfurt beginnen.
Zu Beginn begrüßt uns der Busfahrer und erklärt uns die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen seines Gefährtes. Wir sollen uns anschnallen, während der Fahrt nicht herum laufen, nicht mit den Chips krümeln. Bei dieser Belehrung beginnt man sich zu fragen, ob sie ein Teil der Busfahrerausbildung ist. Das Fach würde dann wahrscheinlich ANCEULSFMF (Anschnallen-Nicht Chips-Essen-und-leise-sein-für-mit-Fahrer). Dann erklärt er uns noch, dass wir Pause in Irgendwo machen und dort ein Fahrerwechsel stattfindet. Wegen des Ölstandes oder der Ruhezeiten, so genau kann man das im Halbschlaf nicht mehr auseinander halten. Dann rollt der Bus los und schaukelt den Großteil des Orchesters in das Land der Träume. Alle erwachen dann zu besagtem Fahrerwechsel und nutzen die Möglichkeit sich in der ziemlich heißen Sonne zu entspannen. Als es weitergeht bleibt noch kurz Zeit sich in Gedanken auf die kommende Reise vorzubereiten, dann ist es vorbei mit der Ruhe. Im vorderen Teil des Busses bricht eine, man mag es schon Schlacht nennen, um ein Stadt- Land- Fluss- Spiel aus. Bei einem Lautstärkepegel, der leicht mit dem O Fortuna aus Carmina Burana mithalten kann, wird diskutiert wer mitspielen darf und wer nicht. Die erhitzten Gemüter beruhigen sich, als wir die Skyline von Frankfurt sichten.
Im Flughafengebäude läuft alles wie immer. Check in-warten-laufen-warten-laufen-warten-warten-warten-Security Check-warten-warten-nochmal schnell auf Toilette-warten und dann steigen wir schließlich ein. In einen Bus!? Das dieser bezeichnet ist mit „letzter Bus nach Tel Aviv“ verunsichert uns nicht weniger. Sollten wir wirklich mit dem Bus nach Israel fahren, fehlt es uns auf jeden Fall an Verpflegung. Doch Entwarnung der Bus fährt links, gerade aus, links, rechts und nochmal links und setzt uns vor unserer Lufthansa Maschine ab. Diese ist gemütlich, klein und würde fast den Charme eines Wohnzimmers haben, es gibt allerdings kein Sofa. Dann werden die Fluggäste begrüßt und das JSO noch einmal persönlich. Nach den Sicherheitsvorkehrungen geht es dann endlich los. Die Maschine rollt, wird schneller und fast unmerklich beginnt sie zu schweben. Hinter uns hüllt sich der Himmel in zarte rot und orange Töne und es wird einmal mehr klar, dass über den Wolken die Freiheit tatsächlich grenzenlos scheint.

Text: Jan Jarick