Denk ich an Israel in der Nacht…

Als wir Sonntagabend in Frankfurt landen, stehen wir auf dem Rollfeld und lassen uns die untergehende Sonne ins Gesicht scheinen. Es weht ein leichter Wind, der uns in der letzten Woche gefehlt hat. Es ist erfrischend, fast etwas kalt. Auch in diesem Moment begleitet uns ein beginnender Sonnenuntergang. In diesem Augenblick spürt man doch wie sehr man an Israel gewachsen ist. Es fehlen ein paar Farben in der untergehenden Sonne, wenn man in den Frankfurter Himmel schaut. Kfir hatte Recht, das Licht macht dieses Land einmalig. Während uns der Bus zum Terminal manövriert verfällt man in Gedanken. Man schweift ab und gelangt nach Israel, nach Jerusalem mit seinen Vierteln und Ecken. Mit seinen Menschen und seinen Marktgassen. Mit all den Erinnerungen die wir gesammelt haben. Mit all den Erinnerungen, die in unseren Herzen einen Platz haben, den nichts so schnell ersetzen kann. Mit all den Erinnerungen, die uns gezeigt haben, mit welcher Spiritualität ein Ort existieren kann, ohne einen zu erdrücken. Es sind all die Bilder und all die Emotionen, die einen auch nach der Reise weiter begleiten. Man gedenkt Momenten der Trauer und den Unzähligen Stunden der Freude. Es sammeln sich immer mehr Erinnerungen, die den Horizont erweitern, die einem deutlich machen wie es sein kann, wenn die drei großen Weltreligionen aufeinander treffen. Auch wenn es friedlich in diesem Land ist, so gibt es Spannungen die Kfir uns erklärt. Diese führen soweit, dass Moscheen, Kirche und Synagogen für anders Gläubige gesperrt werden. Doch trotz dieser Uneinigkeiten merken wir nichts, was einem ein mulmiges Gefühl verschafft. Jeder scheint sich zu respektieren. Eine dreijährige Militärausbildung, wirkt befremdlich. Doch wenn man den Aufbau dieser Ausbildung betrachtet, so scheint diese, mit sozialen Projekten, doch annehmlicher, als ein rein militärisch-bewaffneter Prozess.

Wenn man reflektiert, was einem in dieser Woche widerfahren ist, so lächelt man. Ohne zu wissen, wo man anfängt und wo man aufhört. Man lebt jetzt in einer gleichen, doch trotzdem andern Welt. Wir durften erleben, wie die Welt in ihrer Gesamtheit funktioniert. Was die Menschen seit Jahrtausenden bewegt und was sie auch heute noch voranbringt. Wir durften Teil werden, von all dem was das Heilige Land auszeichnet. Wir haben in den Tagen, die viel zu schnell rum waren, Eindrücke sammeln können, die prägend sind. Es fehlen die Worte, die man gerne hätte um in diesem letzten Blog zu beschreiben, was erlebt und was empfunden wurde. Es ist zum verrückt werden, dass man nicht im Wissen darüber ist, was man sagen soll. Wir alle suchen nach Worten. Eine positive Sprachlosigkeit liegt über dieser Reise. Ob und wie sie sich legen wird ist noch unklar. Trotzdem werden wir noch lange von dieser einmaligen Reise sprechen und dann vielleicht auch begreifen, was mit uns in dieser Zeit passiert ist. Klar ist jetzt schon, dass wir es genossen haben und dass wir wohl auf ewig dankbar sein werden. Dankbar für eine unglaubliche Leistung Aller, die diese Reise geplant haben. Dankbar für all die Gastfreundlichkeit, die uns zu Teil wurde. Dankbar für musikalische Erlebnisse, die einmal mehr gezeigt haben, dass wir die Möglichkeiten erhalten, von denen andere nur träumen. Es ist immer wieder ein unglaubliches Ereignis, wenn man mit dem JSO auf Reise geht. Es bewegt, prägt und bildet in einer Vielzahl von Ebenen. Man spürt Menschlichkeit, Musikalität und einen Berg an Empfindungen.

Es ist und bleibt unbeschreiblich.

Danke, Ron-Dirk Entleutner, Markus Brückner, Bernd Bartolomäus, Marie Smalla, Ulrike Knauer, Sylvia Viezens und Joseph Shallah, für einen Sommerstart, den wir mehr als zu schätzen wissen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Förderern und Unterstützern dieser Reise. Dazu gehören das Goethe Institut, die Städte Herzliya und Leipzig, der Förderverein des JSO sowie der Sponsorenkreis Musik sowie zahlreiche kleine und große Spender. Außerdem bedanken wir uns bei der Reisemission Leipzig für die Unterstützung bei der Organisation der Reise.

Text: Jan Jarick

Foto-Rückblick