Ein Austausch in Addis Abeba / Tag 2

Nach ganzen fünf erholsamen Stunden Schlaf, wurden wir von Sonnenstrahlen, Vogelgezwitscher und dem nicht nachlassenden Klopfen an den Zimmertüren geweckt. Das typische äthiopische Frühstück (Eierkuchen mit Honig, scharf gewürzter Eiersalat, Weißbrot und Kartoffelecken) konnten wir auf der Terrasse des Hotels genießen und dabei das frühmorgendliche Treiben auf der Straße miterleben.

Es folgte die Fahrt zu der uns schon vom Austausch 2015 bekannten German Church. Nach einer kurzen Anspielprobe feierten wir gemeinsam den Ostergottesdienst. Da der Osterhase auch nach Äthiopien kommt, konnte jeder von uns in seinem Instrumentenkasten einen kleinen Ostergruß finden. Schon ging es weiter zum Essen, welches wir gemeinsam im Garten des Kirchengeländes genießen durften. Viele kleine Tische wurden schnell zu einem Großen zusammengeschoben und es ergaben sich ebenso schnell viele Gespräche. Begleitet von freudigem Gelächter, versuchten nun auch wir JSOler uns in der Kunst des „Injera – Essens“. Hierbei wird der typische saure Teig gerollt, in diverse scharfe Soßen getunkt und mit den Fingern gegessen.

Gestärkt machten wir uns auf den 20 minütigen Fußweg zum Selassie-Museum und zur Holy Trinity Church. Begleitet durch unsere äthiopischen Freunde ging es mitten durch das Stadtleben: über mehrspurige, unberechenbare Verkehrsstraßen vorbei an verschiedensten Verkaufsständen und schon weit entfernt gut hörbaren (durch nervtötendes Piepen gekennzeichnete) Waagen. Viele Äthiopier besitzen keine eigenen Waagen und müssen deshalb die auf der Straße stehenden gegen eine Bezahlung nutzen.

Auf dem Gelände der Kirche angekommen, besichtigten wir erst ein kleines Museum mit Ausstellungsstücken aus der Zeit König Meneliks und hatten danach sogar die Möglichkeit eine kleine Führung durch die Kirche zu bekommen. Eine kleine Besonderheit: diese darf man nur ohne Schuhe betreten, was für einige von uns eine wahre Premiere darstellte.

Auf dem Rückweg kehrten wir auf Einladung der äthiopischen Musiker in einem Restaurant ein, wurden dort von unserem ersten äthiopischen Regenschauer überrascht und kamen beim Beibringen und Spielen des weitbekannten „MauMau“ gar nicht mehr aus dem Lachen heraus.

Zurück in der German Church folgte nach einer kurzen Probe… Wer errät es? Ja, ein weiteres Mahl in kleiner Gesellschaft mit dem wir uns für heute von den meisten unserer Gastgeber verabschiedeten. Die Uhr zeigte erst 19:30 an, aber die Sonne war bereits untergegangen und durch das fehlende Licht der Straßenlaternen wurde unser Rückweg zu einem echten Abenteuer. Zwischenzeitlich warnte uns der beliebte Ruf: „Achtung, Loch!“ vor den Tücken der äthiopischen Straßen. Trotz der fehlerhaften Angabe, es seien doch nur 10 Minuten (letztendlich waren es 25), kamen wir durch das Geleit einiger trittsicherer, einheimischer Orchestermitglieder sicher wieder im Hotel an und waren froh über einen freien Abend.

Dieser wurde ganz unterschiedlich genutzt, so reichte die Auswahl von Probenzeiten über Brainstorming zu äthiopischem Biergenuss. Gespannt warten wir auf das morgige Programm und gehen nach diesem ganz anderen Ostersonntag voller neuer Eindrücke ins Bett.