Ein Austausch in Addis Abeba / Tag 4

Aller Anfang ist schwer, zumindest morgens, zumindest für einige von uns. Einzelne (Alfred) joggen in der Morgenhitze schon die Hügel von Addis auf und ab, doch die meisten versuchen nach den vergangenen Tagen die Zeit im Bett möglichst auszukosten. Aber der Tag lockt mit all seinen Reizen, also doch Aufstehen.

Unser heutiger Tag ähnelt sehr dem Gestrigen: äthiopisches Frühstück, Transfer zur Yared Music School und dann Unterricht auf den landestypischen Instrumenten. Eine Herausforderung stellen für uns die recht eigentümlichen pentatonischen Skalen dar, die es bis zum gemeinsamen Konzert am Freitag zu meistern gilt. Aber wir haben sehr geduldige Lehrer, die uns zur Seite stehen.

Sehr reizvoll ist auch jedes mal das traditionelle Mittagessen, zubereitet von den Küchendamen der German Church. Heute gibt es endlich wieder Injera! Die Äthiopier zeigen uns abermals, wie man richtig isst: mit der ganzen Hand, was für eine deliziöse Sauerei. Unter den Palmen genießen wir Sonne, Tee und Kaffee. Und beim mittaglichen Kartenspiel, heute äthiopisches DONKEY, wird um die Ehre gekämpft. Das Glück hat heute leider Tsion verlassen und so darf sie zur Strafe am Abend ein deutsches Lied („Suse, liebe Suse. Was raschelt im Stroh?“) vortragen.

Auf Essen folgt Probe. Nun klassische Literatur, welche sowohl in Gesamt- wie auch Einzelproben erarbeitet wird. Gerade angefangen, müssen wir gefühlt auch schon wieder aufhören mit der Arbeit, denn es ist Zeit für das Abendessen. Wir sitzen an einer großen Tafel, singen gemeinsam die Ohrwürmer der Stücke und versuchen uns an der jeweils anderen Sprache. Die Stimmung ist wunderbar und lässt sich kaum in Worte fassen. Weiter zur nächsten musikalischen Erarbeitungszeit, denn das morgige Konzert möchte gut vorbereitet sein.

Am Ende des Tages werden die letzten Energiereserven beim abendlichen Spaziergang zum Hotel aufgebraucht. Nun liegen wir in unseren Betten und zählen die Stunden bis zum morgigen Weckruf um 06.30 Uhr.

Dehena Ederu!