Oh, wie schön ist Budapest

Dienstag, 27.06.2017

Die Sonne, die bereits zu früher Stunde mit aller Macht auf Budapest niederscheint begleitet unseren Weg zu den klimatisierten Bussen. Dort werden wir von Eva empfangen, die uns heute die Stadt zeigen möchte. Wir werden also quer durch Budapest kutschiert und bestaunen die verschiedenen Brücken, die die Pester Seite mit der Budaer Seite verbinden, stehen wortlos auf dem Platz der Helden und genießen die Aussicht über weite Teile der Stadt. Unser Weg führt uns vorbei an Dom, Oper und Parlament, immer mit der passenden Geschichte von Eva.
Unsere Stadtrundfahrt endet an der Musikakademie, von wo aus wir in die verschiedensten Richtungen ausströmen um uns ein Mittagessen zu organisieren.
Frisch gestärkt schlendern wir dann weiter durch die Budapester Innenstadt und lassen die Architektur, die Menschen und die Verbindungen, die zwischen diesen beiden bestehen, auf uns wirken. Im Schatten der Häuser genießen wir den Tag, essen das eine oder andere Eis und lassen die Seele baumeln.
Als wir zurück am Konservatorium sind, beginnt die Probe für das heutige Konzert. Gemeinsam mit unseren ungarischen Gastgebern erarbeiten wir den Ungarischen Tanz Nr. 5 und einige Filmmusiken.
18 Uhr ist der Konzertsaal des Konservatoriums dann komplett gefüllt und unsere Gastfamilien und deren Freunde und Verwandte empfangen uns mit herzlichem Applaus. Nach der Eröffnung durch Brahms Tanz folgt das Trompetenkonzert von Arutjunian. Unser Solist Philipp Rauch trotz der Hitze, die allen ins Gesicht geschrieben steht. Arutjunians Konzert spielt mit allen Seiten, die eine Trompete zu bieten hat und Philipp weiß sie zu nutzen. Ganz gleich ob brilliante Fanfarensignale oder lyrisch, gedämpfte Stellen, das Orchester geht mit und bietet ein Fundament, auf dem es sich solistisch sehr gut leben lässt. Das uns bereits bekannte einheitliche Klatschen zeugt von der Begeisterung, die dieses Stück, auch im Publikum, hinterlässt. Gershwins Amerikaner in Paris knüpft wunderbar an den vorangegangenen Stücken an. Mit viel Spaß an der Musik holen wir sowohl Amerika, als auch Paris nach Ungarn.
Den Abschluss dieses Konzertes bilden die Filmmusiken zu Gladiator, Drachen zähmen leicht gemacht und Fluch der Karibik. Ob ein Einbildung oder nicht, aber bei dem Soundtrack zu dem Film Gladiator kommt es einem immer wieder so vor, als könne man den Wind spüren, der erfrischend über das Schlachtfeld zieht und so kommt man zu einer kurzen Abkühlung, bevor die Karibik nicht nur musikalisch, sondern auch klimatisch Besitz vom Konzertsaal des Konservatoriums ergreift.
Jubel beendet den musizierten Teil des Abends. Es folgt ein Empfang, bei dem wir gemeinsam mit unseren Gastfamilien essen und plaudern.
Einen Abschluss findet dieser letzte Abend in Budapest in gemütlicher Runde. Nach einem Sonnenuntergang, der Erinnerungen an unsere Reise im letzten Jahr nach Israel hochkommen lässt, sitzen wir zusammen und genießen die Zeit mit unseren Gastbrüdern und -schwestern. Es wird erzählt, ausgetauscht und ein wenig getrauert, dass die gemeinsame Zeit schneller ein Ende fand, als uns lieb war.
Doch der Balaton ruft nach uns und wir werden seinem Ruf morgen folgen.

Geschrieben von: Jan Jarick

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