Gelebter Austausch – die „Vielsaitigen“ in Brünn (2)

Gelebter Austausch – die „Vielsaitigen“ in Brünn (2)

Am Donnerstagmorgen haben wir nach dem Frühstück ein wenig Freizeit. Viele von uns erkunden noch einmal die Innenstadt oder ruhen sich auf im Zimmer aus. Gegen 11 Uhr treffen wir uns alle wieder in der Lobby des Hotels, um uns auf den Weg zum Neuen Rathaus von Brno zu machen. Dort wird um 11:30 Uhr ein offizieller Empfang durch den Brünner Stadtrat für Bildung, Jugend und Sport und die Grundkunstschule „ZUŠ Brno Veveří“ für uns stattfinden.

Dort angekommen, werden wir in einen sehr schönen Saal geführt. Sofort fallen uns ein riesiges Wandgemälde und eine Orgel auf. Wir erfahren, dass der Saal häufig für Hochzeiten genutzt wird. Kurze Augenblicke später tritt der Stadtrat, Herr Jaroslav Suchy, in den Saal und empfängt uns mit herzlichen Worten. Wir erfahren von ihm, dass er früher ein professioneller Eiskunstläufer war. Besonders in Erinnerung bleiben werden uns wohle folgende seiner Worte: „Sport und Eiskunstlaufen vergehen irgendwann. Aber die Musik – die bleibt für immer.“

Und das wollen wir heute zeigen und unterstützen: Nach dem Mittagessen fahren wir zum Konvent der Barmherzigen Brüder in den Süden der Stadt. Im Konzertsaal des historischen Anwesens werden wir am Abend unser Konzert geben. Aber nicht allein: Die „ZUŠ Brno Veveří“ wird den Teil gestalten, wir den zweiten. Doch zuvor haben wir noch eine Anspielprobe, in der letzte Hinweise gegeben und letzte Verbesserungen geprobt werden.

Um 17:30 Uhr beginnt das Konzert. Auch unser Busfahrer Klaus ist dabei, um sich vom Ergebnis der vielen Proben zu überzeugen. Zunächst müssen wir uns noch etwas gedulden, denn für ihren ersten Teil haben die Tschechen ein 70-minütiges Programm vorbereitet. Doch dann hat das Warten ein Ende. Nach einer kurzen Umbaupause betreten wir die Bühne. Wir spielen unter anderem Tschaikowski und Dvořák. Höhepunkt des Abends ist der Auftritt beider Musikschulen. Gemeinsam spielen wir die Kindersinfonie. Die anwesenden Zuhörer sind begeistert und klatschen lange Beifall.

Für uns gibt es nach dem Konzert noch einen Imbiss, bevor wir gesättigt und zufrieden gegen 21:45 Uhr wieder zurück zum Hotel fahren. Zwar ausgelaugt, aber stolz fallen wir ins Bett. Am nächsten Morgen treten wir um 10 Uhr die Rückreise nach Leipzig an.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge sagen wir „Sbohem a uvidíme se brzy, Brno!“ Weinend, weil es ein sonniger, schöner und herzlicher Austausch mit vielen neuen Erfahrungen war. Lachend, weil wir wissen, dass es mit Sicherheit nicht der letzte Austausch gewesen sein wird.