Der Sonnen(schein) trügt

Die erste Nacht war überstanden. Auch wenn die Betten eng und die Zimmer klein sind, starteten wir gut gelaunt in den neuen Tag. Die Ansage vom Chef: 16 Uhr Abfahrt. Das hieß, es blieb nach dem Frühstück eine Menge Zeit, um das Leben in der und um die Ostsee zu genießen. Manche liehen sich ein Fahrrad aus und reisten ins nahe gelegene Polen, andere nutzten die Zeit, um am Strand zu lesen, in der doch recht kühlen Ostsee zu baden und Volleyball zu spielen. Ja, man glaubt es kaum, aber das Wetter schien auf unserer Seite zu sein. Nach einem sonnigen Nachmittag mit Urlaubsgefühlen rief dann wieder die Pflicht. Der Bus rollte vor, wir stiegen ein und ab ging die Reise nach Karlshagen. Dort sollte am Abend das zweite Konzert der Tour stattfinden. 

Das Kurzkonzert von Karlshagen

Schließlich angekommen entdeckten wir erst einmal den Fischbrötchenstand und luden den Bus aus. Die Bühne lag vor uns, doch auch hinter uns lag etwas in der Luft. Nachdem die Bühnentechnik installiert und die Plätze zum Soundcheck eingenommen waren, hörte man entfernt schon das laute Donnern – 5 Minuten später prasselte der Regen auf uns nieder. Das Equipment wurde mit vereinten Kräften untergestellt und abgebaut, und so standen wir nun in unserer Strandmuschel und wussten nicht, was denn aus unserem Konzert werden sollte. Auch die Veranstalterin konnte sich nicht entscheiden. Spielen oder nicht spielen?? Als der Regen endlich weniger wurde, beschlossen wir kurzerhand, wieder aufzubauen und doch zu spielen. Der Wind blies uns um die Ohren und nach 3,5 Titeln mussten wir dem Wetter doch nachgeben. Es regnete wieder, und wir bauten wieder ab.

Es kann nicht nur regnen

Enttäuscht wegen des abgeblasenen Konzerts setzten wir uns, trotz allem gut gelaunt, wieder in unseren Bus und rollten gen Jugendherberge. Die Terasse lud zum abendlichen Beisammensein, denn der Regen hatte nun doch nachgegeben. Wir drücken die Daumen, dass wir beim nächsten Mal vielleicht doch ein ganzes Konzert spielen dürfen, schließlich sind wir ja dafür hier.
Text: Maxi Nelkenbrecher
Fotos: Jörg Singer