Wo wir spielen, da ist oben.

Wo wir spielen, da ist oben.

Sonntag, 1. Juli 2018

Klopf, klopf – guten Morgen! Es ist 8 Uhr und Zeit aufzustehen, zu duschen und zu frühstücken. Viele sitzen müde am Tisch, doch alle sind gespannt und freuen sich auf den heutigen Tag.

Um 9:30 Uhr starten die Busse Richtung Italien, genauer gesagt nach Tarvis. Unser Ziel ist der Monte Lussari, denn dort werden wir heute ein Mittagskonzert spielen. Das Besondere daran ist, dass wir auf dem Gipfel des Berges, auf 1790 Höhenmetern, spielen werden. Die erste Herausforderung ist der Aufstieg. Zum Glück müssen wir nicht mit unserem ganzen Equipment und allen Instrumenten laufen, sondern können die Seilbahn nutzen. Aber auch die hat ihre Tücken. Es ist gar nicht leicht, die große Trommel und die vier Pauken in die kleinen Gondeln zu manövrieren. Zumal diese nicht anhalten, sondern beim Betreten nur langsamer werden. Wir haben gut 20 Meter, um Instrumente, Equipment und uns selbst in die Gondeln zu stellen.

Auf dem Gipfel angekommen, sind die soeben noch durchlebten Strapazen schnell vergessen. Grund sind die spektakulären Aussichten, die uns sofort begeistern. Links und rechts von uns ragen Berge in den Himmel und werden teilweise von Wolken eingebettet. Wir können genau beobachten, wie sich zunächst Laub- und Nadelbäume mischen, die Nadelbäume mit ihrem satten Grün dann aber mit zunehmender Höhe überwiegen. Wir sehen den Verlauf der Skipisten, die sich jetzt im im Sommer als grünes Wiesenband den Berg entlang schlängeln. Einfach nur eine malerisch schöne Kulisse.

Einen kurzen Spaziergang später erreichen wir den Gipfel und bauen uns auf dem Platz vor der Kirche auf. Das ist bei einem gefühlten Gefälle von 30 Prozent gar nicht mal so leicht. Bevor das Konzert losgeht, kehren wir in ein kleines Gasthaus ein, um uns zu stärken und Kräfte zu sammeln für das Konzert. Um 14 Uhr ist es dann soweit: Wir spielen ca. 45 Minuten mit Werken wie der Karelia-Suite, „How To Train Your Dragon“ und „Fluch der Karibik“.

Wir selbst waren mit unserer Leistung in der prallen Nachmittagssonne nicht ganz zufrieden. Den dutzenden Zuschauern gefiel es aber trotzdem sehr. Nach dem Abbau versammeln wir uns noch einmal, um ein aktuelles Gruppenbild von uns zu machen. Auch haben wir noch etwas Zeit, um uns die kleinen Läden anzuschauen oder einfach kurz zu entspannen.

Gegen 16:30 Uhr geht es wieder zurück zur Bergbahn und per Gondel zurück ins Tal. Dieses Mal sind wir beim Transport unseres Equipments deutlich routinierter. Wir fahren zurück ins Stift. Unterwegs nehmen wir noch die letzten vier JSO-ler auf, die erst heute zu uns stoßen. Im Stift angekommen genießen wir ein leckeres Abendessen.

Danach treffen wir uns noch einmal als Orchester. Denn wir wollen über das nächste Jahr und unsere Wünsche und Erwartungen sprechen. Es wird viel gesagt und angebracht. Nach zweieinhalb Stunden beendeten wir die Runde. Alle sind fertig und müde vom Tag. Viele von uns finden sich aber noch einmal in kleineren Gruppen zusammen, diskutierten weiter und tauschten sich aus. Für manche früher, für manche später heißt es dann aber doch irgendwann „Gute Nacht“. Denn morgen geht unsere Reise schon weiter.

Text: Jonathan Zahn
Fotos: Daniel Otto